Parkettböden mit PAK-haltigen Klebern, was Sie wissen sollten
Sie möchten Ihr altes Parkett erneuern oder das Gebäude umbauen und unter den Parkettstäben kommt ein schwarzer Kleber zum Vorschein?
Gerade in Gebäuden, die bis in die 1970er Jahre errichtet wurden, ist Parkett häufig mit teer- bzw. pechhaltigen Klebern verlegt worden. Diese Kleber können hohe Gehalte an PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) enthalten und stellen bei Umbau und Sanierung ein ernstzunehmendes Problem dar.
Was sind PAK?
PAK sind eine Gruppe von Schadstoffen, die bei der unvollständigen Verbrennung organischer Stoffe entstehen und z. B. in Steinkohlenteer enthalten sind. Einige PAK, insbesondere Benzo[a]pyren (BaP), gelten als krebserzeugend. BaP dient deshalb auch als Leitsubstanz bei der Bewertung PAK-haltiger Materialien.
Wie erkenne ich PAK-haltigen Parkettkleber?
Typisch ist ein schwarzer, teilweise glänzender Kleber unter Stab- oder Mosaikparkett. Manchmal ist zusätzlich ein teerartiger Geruch wahrnehmbar, besonders bei Wärme.
Nicht jeder schwarze Kleber ist jedoch PAK-haltig, denn es wurden auch unbedenkliche Bitumenkleber verwendet. Eine sichere Aussage ist nur durch eine Materialprobe und eine Laboranalyse möglich.
Wichtig: Manche alten schwarzen Kleber enthalten neben PAK zusätzlich Asbest. Auch darauf sollte die Probe untersucht werden.
Ist PAK-haltiger Kleber gefährlich?
Solange der Kleber vollständig unter einem intakten Parkett liegt, ist die Belastung der Raumluft in der Regel gering. Kritisch wird es, wenn das Parkett beschädigt, abgeschliffen oder ausgebaut wird. Dann können PAK-belastete Stäube freigesetzt werden.
Ein Abschleifen des Parketts in Eigenregie oder durch nicht spezialisierte Betriebe sollte deshalb unbedingt vermieden werden, solange die Belastung nicht geklärt ist.
Wer darf PAK-haltige Kleber entfernen?
Arbeiten an PAK-haltigen Materialien sind Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen nach der Gefahrstoffverordnung. Sie gehören in die Hände einer Fachfirma für Schadstoffsanierung, die über sachkundiges Personal, geeignete Schutzausrüstung und die notwendige Technik verfügt. Ist der Kleber zusätzlich asbesthaltig, gelten außerdem die Anforderungen der TRGS 519.
Wie läuft die Sanierung ab?
Probenahme und Planung
Zu Beginn wird der Kleber beprobt und im Labor analysiert. Auf Grundlage der Ergebnisse legen wir Schutzmaßnahmen, Arbeitsverfahren und den Entsorgungsweg fest.
Abschottung des Arbeitsbereichs
Der Sanierungsbereich wird staubdicht abgeschottet und, je nach Umfang, mit Unterdruck betrieben. So wird verhindert, dass belastete Stäube in angrenzende Räume gelangen.
Ausbau des Parketts
Die Parkettstäbe werden unter Einsatz persönlicher Schutzausrüstung (Schutzanzug, Atemschutz mit Partikel- bzw. Kombinationsfilter) möglichst staubarm aufgenommen und direkt verpackt.
Entfernung des Klebers
Anschließend wird der Kleber vom Estrich entfernt, z. B. durch emissionsarme Schleifverfahren mit Absaugung. Wie bei unserem Schleifverfahren BT 17 für asbesthaltige Bodenbelagskleber kommt es dabei vor allem auf eine wirksame Absaugung und sorgfältiges Arbeiten an.
Reinigung und Freigabe
Zum Schluss wird der Bereich mit zugelassenen H-Saugern gereinigt. Bei Bedarf kann eine Erfolgskontrolle durchgeführt werden, bevor die Räume wieder genutzt werden.
Wie werden Parkett und Kleber entsorgt?
PAK-belastetes Parkett und der entfernte Kleber sind in der Regel als gefährlicher Abfall einzustufen. Für die Entsorgung gefährlicher Abfälle ist das eANV (elektronisches Abfallnachweisverfahren) anzuwenden. Sie erhalten als Bauherr einen Nachweis über die fachgerechte Entsorgung.
Was kostet die Sanierung?
Die Kosten hängen unter anderem von der Fläche, der Art und Dicke der Kleberschicht, einer möglichen Asbestbelastung, den örtlichen Gegebenheiten und den Entsorgungskosten ab. Ein Pauschalpreis lässt sich daher nicht nennen.
Gerne unterbreiten wir Ihnen ein unverbindliches Angebot. Füllen Sie hierfür am besten unser Anfrageformular online aus.